In meiner Arbeit mit Teams begegne ich immer wieder der Situation, dass ein Teammitglied vom Vorgesetzten zum Teammitglied degradiert wird. In allen Fällen blieb das nicht ohne Folgen für das Team. Folgende Situationen zeigten sich:

  • Die betreffende Person spinnt Intrigen, die subcutan lange gären, bevor es offenkundig wird.
  • Sie versucht die amtierende Leitung zu schwächen.
  • Sie versucht das Team zu spalten, indem sie KollegInnen für sich und gegen den Rest gewinnt.
  • Sie hat Schwierigkeiten, sich in die neue Rolle einzufinden und wird dadurch zum Außenseiter,
  • Die ihr zugefügten Schmerzen werden durch Härte und Unnahbarkeit kompensiert.

Nicht jeder Punkt trifft für alle zu. Aber es ist offensichtlich, dass die Personen mit einer schweren Verletzung weiter arbeiten und sich nicht anders zu helfen wissen, als wie oben beschrieben zu agieren.

Selten habe ich es erlebt, dass von Chef- oder Trägerseite ein faires Gespräch stattfand, in dem der ehemaligen Leitung Hilfen angeboten wurden, ihre Rolle als Leitung zu optimieren oder in die neue Position hineinzuwachsen. Schwierig ist es wohl immer, wenn die ehemaligen Vorgesetzten am gleichen Arbeitsplatz bleiben.

Gelungen ist dieses nur in Fällen, wo der/die Betreffende den eigenen Wunsch hatte, die Führungsrolle abzugeben.

Wenn Vorgesetzte degradiert werden, entspricht das immer einem Trauma. Wenn die Gründe für die Zurücksetzung nicht offensichtlich sind, sondern fadenscheinige Argumente herhalten mussten, dann hat die betreffende Person wenig Chancen der Aufarbeitung und kann möglicher Weise nur gerichtlich vorgehen.

Zu dem Trauma kommen Imageverlust und das Gefühl von Ohnmacht.

Da in der Regel eine Qualifikation vorliegen muss, um überhaupt in eine Führungsposition zu kommen, kann nicht alles schlecht gewesen sein. Diese Transparenz fehlte immer. In einem Fall hatte die Führungskraft sogar eine Abteilung selbst aufgebaut und bekam keinerlei Anerkennung.

Ich will nicht behaupten, dass grundlos degradiert wurde, aber die Gründe waren für die Betroffenen nicht nachvollziehbar. In einigen Fällen passierte es durch Mobbing der Mitarbeitenden.

Fazit: Die Verantwortlichen in der oberen Cheftage sollten sich sehr gut überlegen, was sie dem Team und der Exleitung zumuten, wenn und vor allem wie sie jemandem aus der Führungsrolle herausnehmen. Es hat Auswirkungen aufs ganze Team, manchmal mit einer großen Kettenreaktion, die die eigentliche Arbeit schwer behindern kann.